Eine Gruppe von Menschen versammelt sich gesellig um einen gedeckten Tisch im Garten.

„Serving Gender“ in Chemnitz: Bis November wird Essen politisch

Ein gedeckter Tisch kann Fürsorge zeigen – aber ebenso Erwartungen, Arbeit und Machtverhältnisse. Genau dort setzt die Ausstellung „Mahlzeit! Serving Gender“ im Museum Gunzenhauser in Chemnitz an. Nach Angaben der Kunstsammlungen Chemnitz läuft sie vom 4. Juli bis zum 1. November 2026. Sie richtet sich besonders an Menschen, die Kunst aus feministischer Perspektive betrachten und vertraute Rollenbilder rund um Essen, Körper und Familie neu lesen möchten.

  • Zeitraum: 4. Juli bis 1. November 2026
  • Ort: Museum Gunzenhauser, Chemnitz
  • Format: Ausstellung mit Führungen, Lesung, Workshop und Performances
  • Eintritt und Buchung: In den vorliegenden Ausstellungsangaben nicht genannt

Wer kocht, nährt und darf Appetit zeigen?

„Serving Gender“ ist der zweite Teil der dreiteiligen Reihe „Mahlzeit!“, mit der sich das Museum Gunzenhauser 2026 dem Essen in der Kunst widmet. Während der erste Abschnitt „Feinkunsthalle“ Lebensmittel als Teil von Konsum- und Kulturgeschichte betrachtete, rückt nun die Verbindung zwischen Ernährung und Geschlechterrollen in den Mittelpunkt.

Die Ausstellung folgt dieser Verbindung durch verschiedene Epochen. Ausgangspunkte sind unter anderem Evas Apfel als Erzählung weiblicher Verantwortung und Muttermilch als Sinnbild biologischer sowie gesellschaftlich erwarteter Fürsorge. Hinzu kommen Normen und Rituale, die Frauen und weiblich gelesene Körper mit dem Zubereiten, Verteilen und Aufnehmen von Nahrung verbinden.

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Damit richtet sich der Blick auch auf häufig unsichtbare und unbezahlte Care-Arbeit: Wer kocht für eine Familie oder Gemeinschaft? Wer erscheint auf Bildern bei dieser Arbeit? Welche Erwartungen prägen den Esstisch, und weshalb stehen Frauen bei der Versorgung im Zentrum, während die Spitzenküche überwiegend mit Männern verbunden wird? Die Ausstellung formuliert diese Fragen, ohne das Essen auf ein rein biologisches Bedürfnis zu reduzieren.

„Serving Gender“ in Chemnitz: Bis November wird Essen politisch

Vom 17. Jahrhundert bis zur feministischen Videokunst

Die gezeigten Arbeiten reichen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Bestände der Kunstsammlungen Chemnitz werden dafür mit Leihgaben zeitgenössischer Kunst zusammengeführt. Vertreten sind Malerei, Textilkunst, Druckgrafik, Fotografie und Video.

Zu den prägenden Positionen zählt Martha Roslers Videoarbeit „Semiotics of the Kitchen“ aus dem Umfeld der feministischen Kunst der 1970er-Jahre. Neuere Perspektiven kommen unter anderem von Sophia Süßmilch, Ivonne Thein, Henriette Grahnert, Julia Kissina, Eliane Diur und Fern Liberty Kallenbach Campbell. Auch der Jugendrat des Museums bringt eigene Impulse in die Ausstellung ein.

Diese zeitliche und mediale Spannweite macht sichtbar, wie beständig bestimmte Zuschreibungen sind und wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler darauf reagieren. Historische Darstellungen stehen neben Arbeiten wie Süßmilchs „Mutterliebe“ oder Diurs „Self Care“, die Fürsorge und Körper aus gegenwärtiger Sicht verhandeln.

„Serving Gender“ in Chemnitz: Bis November wird Essen politisch

Führungen, Drag-Performance und Showtalk begleiten die Schau

Das Begleitprogramm eröffnet mehrere Wege in das Thema. Für August sind öffentliche Führungen, eine Kombiführung durch „Serving Gender“ und „WIN/WIN“, eine Lesung zu Annabelle Hirschs „Der Teller“ sowie ein „Blind Art Date“ in einer Queer Edition angekündigt.

Im September führt Kuratorin Pauline Tigges durch die Ausstellung. Am 11. September übernehmen Drag Queen Dani California und Drag King Smoky Addamz die Gastgeberrolle bei „Gut angerichtet? Eine Führung in Drag“. Weitere Termine werden gemeinsam mit dem Jugendrat Alfreds Crew gestaltet.

Im Oktober folgen der Workshop „Zines als kreative Praxis“, eine weitere Kuratorinnenführung und am 29. Oktober der Showtalk „Titten Thesen Temperamente“. Die einzelnen Angebote setzen unterschiedliche Akzente zwischen Kunstvermittlung, Lesung, kreativer Arbeit und Performance.

Was vor dem Museumsbesuch noch zu klären ist

Die Quelle nennt weder Eintrittspreise noch eine erforderliche Anmeldung für den allgemeinen Ausstellungsbesuch. Auch eine genaue Adresse, Hinweise zur Anfahrt und Angaben zur Barrierefreiheit sind in den vorliegenden Ausstellungsinformationen nicht enthalten. Für Veranstaltungen des Begleitprogramms können eigene Zugangsbedingungen gelten; Interessierte sollten diese Details vor dem Besuch direkt bei den Kunstsammlungen Chemnitz prüfen.

Quelle: Kunstsammlungen Chemnitz – Ausstellungen

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