Detailaufnahme einer digitalen Zapfsäule mit Anzeige von Preis und getankter Kraftstoffmenge.

Benzinpreise am Donnerstag: Wann sich der Umweg lohnt

Wer am Donnerstag tanken muss, sollte nicht nur den niedrigsten Literpreis suchen. Entscheidend ist, wie viel Super E10 oder Diesel in den Tank passt und welche zusätzlichen Kosten die Fahrt zur günstigeren Station verursacht. Erst die Nettoersparnis nach dem Umweg zeigt, ob sich der Wechsel tatsächlich lohnt.

Von der Redaktion Kommunikation Bremen

  • Preise unmittelbar vor der Abfahrt vergleichen, weil Tankstellen sie mehrfach täglich ändern können.
  • Super E10 und Diesel immer getrennt betrachten.
  • Den Preisabstand mit der geplanten Tankmenge multiplizieren.
  • Kraftstoffkosten des zusätzlichen Fahrwegs von der möglichen Ersparnis abziehen.

Abends ist Tanken laut ADAC häufig günstiger

Die verlinkte ADAC-Auswertung zeigt ein wiederkehrendes Tagesmuster: Am höchsten liegen die Kraftstoffpreise typischerweise morgens gegen 7 Uhr. Günstige Zeitfenster ergeben sich häufig zwischen 19 und 20 Uhr sowie zwischen 21 und 22 Uhr.

Gegenüber dem morgendlichen Niveau nennt der ADAC im ausgewerteten Tagesverlauf bei Super E10 einen möglichen Unterschied von rund 12 Cent je Liter. Bei Diesel sind es rund 13 Cent je Liter. Diese Werte beschreiben ein typisches Muster und keinen garantierten Preis für jede Tankstelle an diesem Donnerstag.

Region, Wettbewerb, Lieferkosten und einzelne Preisänderungen können den tatsächlichen Verlauf beeinflussen. Deshalb ersetzt das Zeitfenster nicht den aktuellen Stationsvergleich. Wer flexibel ist, kann zunächst abends suchen und anschließend die konkreten Angebote in der Umgebung prüfen.

So gelangen aktuelle Preisänderungen in Tank-Apps

Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt sammelt die von Tankstellen gemeldeten Preisänderungen. Sie stellt diese Daten zugelassenen Verbraucher-Informationsdiensten zur Verfügung, die daraus Preisvergleichsangebote und Tank-Apps erstellen.

Ein bundesweiter Durchschnittswert sagt deshalb wenig darüber aus, welche Station für eine bestimmte Fahrt am günstigsten ist. Praktisch relevant sind der Preis der benötigten Kraftstoffsorte, der Zeitpunkt der Abfrage, die Entfernung und die tatsächlich geplante Tankmenge.

Auch eine App-Anzeige bleibt eine Momentaufnahme. Vor der Abfahrt sollten Autofahrer den Preis aktualisieren und prüfen, ob die Tankstelle geöffnet ist. Der Preis an der Zapfsäule bleibt für den Kauf maßgeblich.

Preisvorteil, Tankmenge und Umweg richtig verrechnen

Die erste Rechnung ermittelt die mögliche Bruttoersparnis:

Preisunterschied je Liter × Tankmenge = Bruttoersparnis

Danach werden die geschätzten Kraftstoffkosten des zusätzlichen Fahrwegs abgezogen:

Benzinpreise am Donnerstag: Wann sich der Umweg lohnt

Bruttoersparnis − Umwegkosten = Nettoersparnis

Für die Umwegkosten werden die zusätzlich gefahrenen Kilometer, der durchschnittliche Verbrauch des Autos und ein realistischer Kraftstoffpreis benötigt. Zeitaufwand, Verschleiß oder eine ohnehin geplante Fahrt können anschließend ebenfalls in die persönliche Entscheidung einfließen.

Rechenbeispiel: Sieben Cent Unterschied bei 45 Litern

Das folgende Beispiel verwendet frei gewählte Rechenwerte und bildet keine aktuellen Stationspreise ab. Die nähere Tankstelle verlangt 1,82 Euro je Liter, die günstigere Station 1,75 Euro. Getankt werden sollen 45 Liter. Hin- und Rückfahrt verursachen zusammen acht zusätzliche Kilometer; das Auto verbraucht sieben Liter auf 100 Kilometer.

Rechengröße Ergebnis
Preisunterschied 0,07 Euro je Liter
Vorteil bei 45 Litern 3,15 Euro
Verbrauch auf 8 Kilometern 0,56 Liter
Umwegkosten bei 1,75 Euro je Liter 0,98 Euro
Verbleibende Nettoersparnis 2,17 Euro

Der sichtbare Preisvorteil von 3,15 Euro schrumpft durch den Umweg auf 2,17 Euro. Werden nur 20 Liter getankt, beträgt die Bruttoersparnis dagegen 1,40 Euro. Nach denselben Umwegkosten blieben lediglich 42 Cent.

Im Beispiel muss der Preisabstand bei 45 Litern mindestens rund 2,2 Cent je Liter betragen, um allein die zusätzlichen Kraftstoffkosten zu decken. Ein kleiner Tankbetrag und ein langer Umweg passen daher selten zusammen.

Diesel und Super E10 getrennt vergleichen

Die ADAC-Auswertung weist für Diesel und Super E10 unterschiedliche Ausschläge im Tagesverlauf aus. Diese Größen dürfen nicht miteinander vermischt werden. Maßgeblich ist immer der Preisabstand zwischen Stationen für genau den Kraftstoff, den das Fahrzeug benötigt.

Bei einem Diesel kann ein niedrigerer Verbrauch die Kosten desselben Umwegs reduzieren. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die weiter entfernte Dieselstation wirtschaftlicher ist. Entscheidend bleiben aktueller Preisabstand, Tankmenge, Mehrstrecke und tatsächlicher Fahrzeugverbrauch.

Für Super E10 gilt dieselbe Rechnung. Wer nur wenige Liter nachfüllt, erzielt selbst bei einem deutlichen Unterschied je Liter möglicherweise keine nennenswerte Nettoersparnis. Bei einer größeren Tankmenge kann derselbe Preisabstand stärker ins Gewicht fallen.

Kurz vor dem Tanken empfiehlt sich daher ein letzter Vergleich: richtige Kraftstoffsorte auswählen, Angebote aktualisieren, zusätzliche Gesamtkilometer berechnen und die Nettoersparnis prüfen. So wird aus dem günstigsten angezeigten Literpreis eine belastbare Entscheidung für die konkrete Fahrt.

Quelle: Bundeskartellamt

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