Eine Hand beim Ablesen eines Stromzählers zur Kontrolle des Verbrauchs im Haushalt.

Stromfresser im Haushalt finden und Kosten gezielt senken

Wer Stromkosten senken möchte, sollte zuerst messen statt raten. Ein einfaches Strommessgerät zeigt, welche Haushaltsgeräte unerwartet viel Energie benötigen. Besonders aufschlussreich sind Dauerverbraucher, alte Kühlgeräte und Elektronik, die trotz ausgeschaltetem Bildschirm weiter Strom zieht.

Von der Redaktion Kommunikation Bremen | Stand: 25. August 2026

Mit einer Bestandsaufnahme die größten Verbraucher eingrenzen

Notieren Sie zunächst alle Geräte, die dauerhaft oder täglich am Stromnetz hängen. Beginnen Sie nicht bei selten genutzten Kleingeräten, sondern dort, wo lange Laufzeiten oder hohe Leistungen zusammenkommen.

Besonders prüfenswert sind:

  • Kühl- und Gefrierschränke
  • Fernseher, Spielkonsolen und Soundsysteme
  • Computer, Monitore und Drucker
  • Router, Repeater und Netzwerkspeicher
  • Waschmaschinen, Trockner und Geschirrspüler
  • elektrische Warmwassergeräte
  • Kaffeemaschinen mit Warmhaltefunktion
  • Ladegeräte und Netzteile

Die auf dem Typenschild angegebene Leistung ist nur ein erster Hinweis. Sie beschreibt häufig die maximale Leistungsaufnahme, nicht den tatsächlichen Verbrauch im Alltag. Entscheidend ist deshalb die Kombination aus gemessener Leistung und Laufzeit.

Ein 2.000-Watt-Wasserkocher kann trotz seiner hohen Leistung weniger Jahresstrom benötigen als ein unscheinbares Gerät, das rund um die Uhr zehn Watt aufnimmt. Der Wasserkocher läuft nur wenige Minuten, der Dauerverbraucher dagegen 8.760 Stunden pro Jahr.

Standby-Verbrauch mit einem Strommessgerät aufspüren

Für Geräte mit normalem Netzstecker eignet sich ein Zwischenstecker mit Verbrauchsanzeige. Er wird zwischen Steckdose und Gerät eingesetzt. Gute Messgeräte zeigen die aktuelle Leistung in Watt sowie den über mehrere Stunden oder Tage addierten Verbrauch in Kilowattstunden an.

So führen Sie die Messung durch

  1. Trennen Sie das zu prüfende Gerät kurz vom Stromnetz.
  2. Stecken Sie das Messgerät in die Steckdose und schließen Sie den Verbraucher daran an.
  3. Prüfen Sie zunächst den normalen Betrieb.
  4. Schalten Sie das Gerät anschließend mit Fernbedienung oder Gerätetaste aus.
  5. Lesen Sie nach einigen Minuten die verbleibende Leistungsaufnahme ab.
  6. Messen Sie Geräte mit wechselnden Betriebsphasen mindestens 24 Stunden lang.
  7. Übertragen Sie Verbrauch, Messdauer und Strompreis in eine einfache Liste.

Bei Fernsehern, Computern oder Audiogeräten lässt sich Standby meist direkt erkennen. Kühlgeräte, Waschmaschinen und Geschirrspüler arbeiten dagegen in Intervallen. Eine kurze Momentaufnahme kann ihren tatsächlichen Verbrauch deshalb deutlich über- oder unterschätzen.

Fest angeschlossene Verbraucher dürfen nicht eigenständig geöffnet oder abgeklemmt werden. Dazu gehören beispielsweise Durchlauferhitzer, elektrische Boiler oder Teile der Heiztechnik. Bei auffälligem Verbrauch ist hier eine Elektrofachkraft die richtige Anlaufstelle.

Dauerverbrauch in Jahreskosten umrechnen

Die Kosten lassen sich mit einer einfachen Formel abschätzen:

Watt × Betriebsstunden ÷ 1.000 × Strompreis = Stromkosten

Für ein Gerät mit fünf Watt Dauerleistung ergibt sich bei einem beispielhaften Strompreis von 0,35 Euro je Kilowattstunde:

5 × 8.760 ÷ 1.000 × 0,35 = 15,33 Euro pro Jahr.

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich kleine Dauerleistungen summieren. Alle Werte beruhen auf ganzjährigem Betrieb und einem frei gewählten Beispielpreis von 0,35 Euro je Kilowattstunde.

Dauerleistung Verbrauch pro Jahr Kosten pro Jahr
0,5 Watt 4,38 kWh 1,53 Euro
1 Watt 8,76 kWh 3,07 Euro
3 Watt 26,28 kWh 9,20 Euro
5 Watt 43,80 kWh 15,33 Euro
10 Watt 87,60 kWh 30,66 Euro

Setzen Sie für Ihre Rechnung den Arbeitspreis aus Ihrem eigenen Stromvertrag ein. Grundgebühren gehören nicht in diese Verbrauchsrechnung, weil sie gewöhnlich unabhängig von den gemessenen Kilowattstunden anfallen.

Mehrere kleine Standby-Verbraucher können gemeinsam relevant werden. Fünf Geräte mit jeweils fünf Watt verursachen im Rechenbeispiel bereits mehr als 76 Euro Stromkosten im Jahr.

Ausschalten, Zeitschaltplan nutzen oder Gerät austauschen

Nach der Messung sollten die Verbraucher nach Kosten und Alltagstauglichkeit sortiert werden. Nicht jedes Gerät muss sofort ersetzt werden. Häufig reichen veränderte Einstellungen oder ein zuverlässiges Ausschalten.

Stromfresser im Haushalt finden und Kosten gezielt senken

Schaltbare Steckdosenleisten eignen sich für zusammengehörige Unterhaltungselektronik. Fernseher, Spielkonsole und Soundsystem können damit vollständig vom Netz getrennt werden. Eine einzeln schaltbare Leiste ist praktischer, wenn einzelne Komponenten weiterhin verfügbar bleiben sollen.

Smarte Steckdosen und Zeitschaltuhren können feste Abschaltzeiten übernehmen. Dabei benötigt die Schalttechnik selbst Strom. Ihr Eigenverbrauch sollte deshalb ebenfalls geprüft und mit der möglichen Einsparung verglichen werden.

Router, Sicherheitsanlagen, medizinische Geräte, Smart-Home-Zentralen und Telefonanschlüsse sollten nicht pauschal nachts abgeschaltet werden. Hier können Erreichbarkeit, Updates, Aufzeichnungen oder Automationen beeinträchtigt werden. Prüfen Sie zunächst, welche Funktionen tatsächlich benötigt werden.

Wann sich ein Austausch rechnen kann

Bei Kühlschränken, Gefriergeräten oder Trocknern ist der Jahresverbrauch aussagekräftiger als eine einzelne Wattmessung. Vergleichen Sie den gemessenen Jahreswert oder eine ausreichend lange Hochrechnung mit dem ausgewiesenen Verbrauch eines passenden Neugeräts.

Die einfache Amortisationsrechnung lautet:

Kaufpreis ÷ jährliche Stromkostenersparnis = rechnerische Amortisationszeit

Kostet ein neues Gerät 600 Euro und spart nach realistischer Schätzung 100 Euro Strom pro Jahr, beträgt die einfache Amortisationszeit sechs Jahre. Reparaturbedarf, Nutzungsdauer, Gerätegröße und Entsorgung sollten zusätzlich berücksichtigt werden. Ein funktionierendes Gerät nur wegen einer kleinen Verbrauchsdifferenz zu ersetzen, ist wirtschaftlich nicht automatisch sinnvoll.

Achten Sie beim Vergleich auf eine ähnliche Größe und Ausstattung. Ein größerer Kühlschrank kann effizienter gekennzeichnet sein und dennoch mehr Strom verbrauchen als ein kleineres, zum Haushalt passendes Modell. Für die Haushaltskasse zählt der erwartete Jahresverbrauch in Kilowattstunden.

Typische Messfehler vermeiden

Sehr niedrige Standby-Werte liegen möglicherweise unter der zuverlässigen Auflösung eines einfachen Messgeräts. Lassen Sie die Messung länger laufen oder prüfen Sie mehrere Betriebszustände, bevor Sie eine Kaufentscheidung treffen.

Auch das Nutzungsverhalten verändert das Ergebnis. Ein Gefrierschrank kann in einem warmen Raum mehr Energie benötigen als an einem kühlen Standort. Vereisung, beschädigte Türdichtungen, ungeeignete Einstellungen und schlechte Belüftung erhöhen den Verbrauch ebenfalls.

Bei Waschmaschinen und Geschirrspülern sollten mehrere vollständige Programme verglichen werden. Ein einzelner besonders kurzer oder heißer Durchlauf ist nicht repräsentativ. Notieren Sie Programm, Beladung und gemessene Kilowattstunden, um vergleichbare Werte zu erhalten.

Mieter dürfen steckbare Geräte grundsätzlich selbst untersuchen. Bei zentraler Warmwasserbereitung, Heizung oder gemeinschaftlich versorgten Anlagen ist der gemessene Wohnungsstrom jedoch nur ein Teil der Betriebskosten. Unklare Zuordnungen sollten anhand von Zählernummer, Abrechnung und Mietunterlagen geprüft werden.

Einsparungen nach vier Wochen kontrollieren

Erstellen Sie aus den Messwerten eine Prioritätenliste. Beginnen Sie mit Geräten, bei denen eine hohe Jahresersparnis ohne Komfortverlust möglich ist. Halten Sie den Zählerstand oder den Verbrauch im Kundenportal vor und nach den Änderungen fest.

Praktisch ist ein vierwöchiger Vergleich unter möglichst ähnlichen Bedingungen. Berücksichtigen Sie dabei Urlaub, Homeoffice, Heizperioden und außergewöhnlich häufige Gerätenutzung. Erst der Vergleich über einen ausreichend langen Zeitraum zeigt, ob die erwartete Einsparung im Haushalt tatsächlich erreicht wird.

Wiederholen Sie die Bestandsaufnahme nach dem Kauf neuer Elektronik, bei einer auffälligen Stromrechnung oder wenn sich die Nutzung eines Raums ändert. So bleiben unbemerkte Dauerverbraucher nicht jahrelang am Netz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Stromfresser – und warum sagt die Wattzahl allein wenig aus?

Ein Stromfresser ist ein Gerät, dessen tatsächlicher Verbrauch im Verhältnis zu seinem Nutzen auffällig hoch ist. Entscheidend sind Leistung, Laufzeit und Betriebszustand. Schon 10 Watt Dauerverbrauch ergeben rund 87,6 kWh pro Jahr. Deshalb sollten Sie nicht nur leistungsstarke Geräte prüfen, sondern vor allem alte Kühlgeräte, Warmwasserbereiter und unbemerkte Dauerverbraucher.

Wie finde ich zu Hause Schritt für Schritt heraus, welches Gerät zu viel Strom verbraucht?

Messen Sie jedes verdächtige Gerät mit einem Strommessgerät: zunächst im Betrieb, danach im Standby und bei Geräten mit wechselnden Betriebsphasen mindestens 24 Stunden lang. Rechnen Sie anschließend: gemessene kWh × Ihr Strompreis = Kosten. Kühlgeräte sollten mehrere Tage erfasst werden. Fest angeschlossene Verbraucher wie Durchlauferhitzer gehören in die Hände einer Elektrofachkraft.

Wie viel Geld kann ein Haushalt in Bremen durch das Abschalten von Standby-Verbrauch sparen?

Die Ersparnis hängt vom persönlichen Stromtarif ab. Ein Dauerverbrauch von 20 Watt entspricht rund 175 kWh jährlich. Multiplizieren Sie diesen Wert mit dem Arbeitspreis auf Ihrer Stromrechnung, um die konkrete Ersparnis zu erhalten. Wichtig: Router, Alarmanlagen oder Smart-Home-Zentralen nicht pauschal abschalten, sondern Zeitpläne und Energiesparfunktionen nutzen.

Wann lohnt sich der Austausch eines alten Geräts wirklich?

Vergleichen Sie die gemessenen Jahreskosten des Altgeräts mit dem erwarteten Verbrauch eines passenden Neugeräts. Teilen Sie den Kaufpreis durch die jährliche Stromkostenersparnis – das ergibt die grobe Amortisationszeit. Ein Austausch ist besonders plausibel, wenn das Gerät sehr alt, reparaturanfällig oder dauerhaft in Betrieb ist. Funktionierende Geräte mit geringer Nutzung vorschnell zu ersetzen, spart dagegen oft wenig.

Was sollte ich nach der Messung tun, und wo finde ich verlässliche Beratung in Bremen?

Dokumentieren Sie Verbrauch, Laufzeit und mögliche Maßnahme in einer kleinen Prioritätenliste. Beginnen Sie mit kostenlosen Änderungen wie Abschalten, Zeitsteuerung und angepassten Geräteeinstellungen; prüfen Sie danach Reparatur oder Ersatz. Unabhängige Informationen und Beratungsangebote finden Bremer Haushalte bei der Verbraucherzentrale Bremen sowie bei kommunalen Energie- und Klimaschutzstellen. Halten Sie Stromrechnung, Messwerte und Gerätedaten für eine Beratung bereit.

Quelle: Editorial research

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