Eine beleuchtete Tankstelle bei Nacht im Nebel mit Preistafel an der Straße.

Spritpreise vergleichen: Wann sich der Umweg wirklich lohnt

Von der Redaktion Kommunikation Bremen · Stand: 10. September 2026

Ein niedrigerer Literpreis macht eine weiter entfernte Tankstelle nicht automatisch günstiger. Entscheidend ist, ob die Ersparnis bei Super E5, Super E10 oder Diesel größer bleibt als die Kraftstoffkosten für den zusätzlichen Weg. Auch Fahrzeit, Verschleiß und ein möglicher Mehrverbrauch im Stadtverkehr gehören zur persönlichen Abwägung.

Vor der Abfahrt aktuelle Preise vergleichen

Zugelassene Verbraucherinformationsdienste zeigen die gemeldeten Preise öffentlicher Tankstellen. Autofahrer sollten unmittelbar vor dem Tanken suchen, weil sich Kraftstoffpreise im Tagesverlauf ändern können und benachbarte Stationen unterschiedliche Beträge verlangen.

Für einen aussagekräftigen Vergleich sind vier Angaben wichtig:

  • die richtige Kraftstoffsorte: Super E5, Super E10 oder Diesel
  • der aktuelle Literpreis der jeweiligen Tankstelle
  • die voraussichtliche Tankmenge
  • die zusätzliche Strecke für Hin- und Rückweg

Der angezeigte Preis sollte außerdem zur tatsächlich verfügbaren Zapfsäule passen. Zwischen Suche und Ankunft kann eine Tankstelle ihren Preis erneut ändern. Ein Vergleichsdienst liefert deshalb eine aktuelle Orientierung, aber keine Preisgarantie für den Zeitpunkt des Tankens.

Eine pauschal billigste Uhrzeit lässt sich daraus ebenfalls nicht zuverlässig ableiten. Informationen des ADAC können typische Schwankungen und längerfristige Entwicklungen einordnen. Für die konkrete Entscheidung bleiben jedoch die regionalen Echtzeitpreise und der geplante Fahrtweg maßgeblich.

Mit dieser Formel wird der Preisvorteil realistisch

Zuerst wird die mögliche Bruttoersparnis berechnet:

Preisunterschied je Liter × Tankmenge = Bruttoersparnis

Anschließend werden die Kraftstoffkosten des Umwegs abgezogen:

Zusatzkilometer × Verbrauch je Kilometer × angenommener Kraftstoffpreis = Umwegkosten

Damit ergibt sich:

Bruttoersparnis − Umwegkosten = rechnerischer Vorteil

Bei den Zusatzkilometern zählt die gesamte zusätzliche Strecke gegenüber der ohnehin geplanten Route. Liegt eine günstige Tankstelle direkt auf dem Arbeitsweg, können die Mehrkilometer nahezu null sein. Eine eigens angefahrene Station am anderen Ende der Stadt verursacht dagegen möglicherweise einen erheblichen Umweg.

Die Rechnung berücksichtigt zunächst nur den zusätzlich verbrauchten Kraftstoff. Zeitaufwand, Reifenverschleiß und weitere Fahrzeugkosten können den tatsächlichen Vorteil zusätzlich verkleinern. Wer dafür einen persönlichen Mindestbetrag festlegt, vermeidet längere Fahrten für wenige Cent Ersparnis.

Spritpreise vergleichen: Wann sich der Umweg wirklich lohnt

Rechenbeispiel: Sechs Cent Unterschied bei 40 Litern

Angenommen, eine Tankstelle bietet den benötigten Kraftstoff 6 Cent je Liter günstiger an. Bei einer Tankmenge von 40 Litern beträgt die Bruttoersparnis:

0,06 Euro × 40 Liter = 2,40 Euro

Für den Tankstellenwechsel entstehen insgesamt acht zusätzliche Kilometer. Das Auto verbraucht im Beispiel 6,5 Liter je 100 Kilometer. Für die Berechnung der Umwegkosten wird ein angenommener Kraftstoffpreis von 1,75 Euro je Liter verwendet:

8 Kilometer × 0,065 Liter je Kilometer × 1,75 Euro = 0,91 Euro

Nach Abzug der Kraftstoffkosten bleiben rechnerisch rund 1,49 Euro:

2,40 Euro − 0,91 Euro = 1,49 Euro

Das Beispiel verwendet bewusst keinen behaupteten Tagesdurchschnittspreis. Die eingesetzten Werte sind Annahmen und lassen sich durch den aktuellen Preis, den eigenen Verbrauch und die tatsächliche Zusatzstrecke ersetzen. Ob 1,49 Euro den Zeitaufwand rechtfertigen, ist eine persönliche Entscheidung.

Bei kleineren Tankmengen sinkt der Vorteil. Wer im selben Beispiel nur 15 Liter tankt, spart vor dem Umweg lediglich 90 Cent. Die angenommenen Umwegkosten wären damit bereits höher als die Preisersparnis.

E10 nur bei freigegebenem Fahrzeug wählen

Super E10 ist nicht mit Super E5 gleichzusetzen. Vor einem Preisvergleich sollte daher feststehen, welche Sorte das Fahrzeug verträgt. Maßgeblich sind die Herstellerfreigabe sowie die Angaben in der Betriebsanleitung oder am Tankdeckel.

Ist E10 freigegeben, kann sein aktueller Preis in den Vergleich einbezogen werden. Ohne gesicherte Freigabe sollte ein niedrigerer Preis jedoch nicht den Ausschlag geben. Diesel gehört ebenfalls in eine eigene Suche, damit keine Preise verschiedener Kraftstoffarten miteinander vermischt werden.

Woher die angezeigten Tankstellenpreise stammen

Öffentliche Tankstellen melden ihre Preisänderungen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe beim Bundeskartellamt. Die Behörde stellt diese Daten zugelassenen Verbraucherinformationsdiensten bereit, die sie beispielsweise in Apps oder auf Internetseiten für Autofahrer aufbereiten.

Das Bundeskartellamt erläutert dieses Meldesystem. Der ADAC veröffentlicht ergänzend Informationen zur Entwicklung und zu typischen Schwankungen der Kraftstoffpreise in Deutschland.

Für die nächste Tankfüllung empfiehlt sich daher ein kurzer Dreifachcheck: richtige Sorte auswählen, Gesamtumweg bestimmen und die erwartete Ersparnis mit der eigenen Tankmenge berechnen. Erst der verbleibende Betrag zeigt, ob sich der Tankstellenwechsel rechnerisch lohnt.

Quelle: Bundeskartellamt

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