Ein Junge und eine Erwachsene beim gemeinsamen Zeichnen an einem Tisch in Paderborn.

Paderborn: Ein Ehrenamt mit Verantwortung für Kinder

Das Jugendamt der Stadt Paderborn sucht Bürgerinnen und Bürger, die ehrenamtlich eine Vormundschaft für ein Kind oder einen Jugendlichen übernehmen möchten. Sie werden zur persönlichen und rechtlichen Vertretung eines jungen Menschen, dessen Eltern diese Aufgabe etwa wegen Krankheit oder fehlender Erziehungsfähigkeit nicht wahrnehmen können.

Hinter dem formalen Auftrag steht eine besonders persönliche Verantwortung: Viele betroffene Minderjährige haben bereits belastende Situationen oder schmerzliche Erfahrungen bewältigt. Eine ehrenamtliche Vormundin oder ein ehrenamtlicher Vormund soll ihnen deshalb als verlässliche und konstante Ansprechperson zur Seite stehen. Der Aufruf geht aus einer Mitteilung der Stadt Paderborn vom 7. September 2026 hervor.

Vormundschaft verbindet Nähe mit rechtlicher Verantwortung

Kein minderjähriger Mensch darf ohne gesetzliche Vertretung bleiben. Können die Eltern das Wohl und die Vertretung ihres Kindes nicht sicherstellen, ordnet das Familiengericht eine Vormundschaft an. Diese kann beispielsweise durch das Jugendamt oder durch eine geeignete ehrenamtliche Person ausgeübt werden.

Ehrenamtliche vertreten das Kind nicht nur gegenüber Behörden und Einrichtungen. Sie treffen wichtige Entscheidungen, die seinen Alltag und seine weitere Entwicklung unmittelbar betreffen. Dazu gehören nach Angaben der Stadt Paderborn etwa die Bestimmung des Lebensmittelpunktes, der Schulbesuch und die Zustimmung zu medizinischen Eingriffen.

Paderborn: Ein Ehrenamt mit Verantwortung für Kinder

Die Aufgabe verbindet damit zwei Ebenen: Einerseits müssen die Interessen des Kindes bei rechtlich bedeutsamen Fragen vertreten werden. Andererseits braucht der junge Mensch eine beständige Bezugsperson, an die er sich wenden kann. Eine Vormundschaft ist deshalb kein gelegentlicher Einsatz, sondern verlangt die Bereitschaft, sich kontinuierlich mit der Situation des Kindes und anstehenden Entscheidungen auseinanderzusetzen.

Wer sich für die Aufgabe interessieren kann

Der Aufruf richtet sich an engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich ein verantwortungsvolles und sinnstiftendes Ehrenamt mit persönlichem Kontakt zu einem jungen Menschen vorstellen können. Entscheidend ist, dass sie grundsätzlich bereit sind, sowohl die rechtliche Vertretung als auch die Rolle einer verlässlichen Ansprechperson zu übernehmen.

Welche persönlichen Voraussetzungen im Einzelnen gelten, wie geeignete Ehrenamtliche ausgewählt werden und welche Vorbereitung oder Begleitung vorgesehen ist, erläutert die vorliegende Mitteilung nicht. Interessierte sollten daher vor einer Entscheidung beim Jugendamt klären, welcher zeitliche Einsatz zu erwarten ist, wie das Kennenlernen erfolgt und welche Unterstützung sie während der Vormundschaft erhalten. Die endgültige Anordnung der Vormundschaft trifft das Familiengericht.

Paderborn: Ein Ehrenamt mit Verantwortung für Kinder

So können Interessierte den ersten Schritt machen

Eine direkte Gelegenheit für Fragen bietet der Tag des Ehrenamtes am Samstag, 19. September 2026. Das Jugendamt ist von 10 bis 14 Uhr mit einem Stand in der Paderborner Innenstadt vertreten. Dort können Interessierte zunächst unverbindlich erfragen, wie das weitere Verfahren aussieht und was die Aufgabe im konkreten Fall verlangt.

Weitere Informationen stellt das Jugendamt auf seiner Internetseite bereit. Für die erste Kontaktaufnahme nennt die Stadt außerdem:

  • Internet: www.paderborn.de/jugendamt
  • Telefon: 05251 880
  • Anschrift: Am Hoppenhof 33, 33104 Paderborn

Wer den Termin in der Innenstadt nicht wahrnehmen kann, kann sich damit direkt an das Jugendamt wenden und die noch offenen Fragen zu Voraussetzungen, Auswahl und Begleitung klären.

Quelle: City of Paderborn Press Releases

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