Eine Zapfsäule an einer deutschen Tankstelle in München mit grüner und weißer Farbgebung.

Günstiger tanken: So lohnt sich der Preisvergleich wirklich

Schon 8 Cent Preisunterschied je Liter ergeben bei einer Tankmenge von 50 Litern eine Differenz von 4 Euro. Ob daraus eine echte Ersparnis wird, hängt jedoch vom zusätzlichen Weg ab. Autofahrer sollten deshalb kurz vor dem Tanken lokale Echtzeitpreise prüfen, die voraussichtliche Tankmenge berücksichtigen und die Kosten des Umwegs abziehen.

Wichtig ist dabei der Zeitpunkt: Kraftstoffpreise können sich mehrmals am Tag ändern. Ein bundesweiter Durchschnitt zeigt zwar die allgemeine Entwicklung, beantwortet aber nicht, welche erreichbare Tankstelle gerade die günstigste ist.

Woher verlässliche Kraftstoffpreise kommen

Tankstellen melden ihre Preisänderungen für Super E5, Super E10 und Diesel an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe. Sie gehört zum Bundeskartellamt und gibt die eingehenden Daten an zugelassene Verbraucherinformationsdienste weiter. Dazu zählen beispielsweise entsprechend angebundene Tank-Apps, Navigationsdienste und Internetportale.

Diese Angebote ermöglichen einen Vergleich der gemeldeten Preise im gewünschten Umkreis. Für die Entscheidung an der Straße sind sie aussagekräftiger als ältere Preislisten oder pauschale Aussagen über besonders günstige Marken.

Der ADAC dokumentiert ergänzend die Entwicklung der Kraftstoffpreise und ordnet Unterschiede nach Kraftstoffart und Zeitraum ein. Solche Durchschnittswerte helfen dabei, das allgemeine Preisniveau zu beurteilen. Sie beweisen jedoch nicht, dass eine einzelne Tankstelle in Bremen, Hamburg oder München zum selben Zeitpunkt günstig ist.

Vor der Abfahrt sollten Fahrer deshalb auf drei Angaben achten:

  • den exakten Kraftstofftyp, etwa Super E10 oder Diesel,
  • den Zeitpunkt der letzten Preisangabe,
  • die Entfernung beziehungsweise zusätzliche Fahrstrecke.

So wird aus dem Preisvergleich eine Kostenrechnung

Die niedrigste Zahl in einer App ist nicht automatisch das wirtschaftlichste Angebot. Entscheidend ist zunächst die erwartete Tankmenge. Wer nur zehn Liter nachfüllt, profitiert deutlich weniger von einem Preisabstand als jemand, der 50 Liter tankt.

Die Grundrechnung lautet:

Preisabstand je Liter × Tankmenge = mögliche Bruttoersparnis

Günstiger tanken: So lohnt sich der Preisvergleich wirklich

Davon werden die Kosten der zusätzlichen Fahrt abgezogen. Als Umweg zählt nur die Strecke, die gegenüber der ohnehin geplanten Route zusätzlich anfällt. Liegt die günstigere Tankstelle direkt auf dem Arbeitsweg, können die Zusatzkosten praktisch entfallen.

Für eine realistische Schätzung lassen sich der Durchschnittsverbrauch des eigenen Fahrzeugs, die zusätzlichen Kilometer und der aktuelle Kraftstoffpreis verwenden. Navigations-App und Bordcomputer liefern dafür meist die nötigen Angaben. Verschleiß und Zeitaufwand sind in einer reinen Kraftstoffrechnung noch nicht enthalten.

Rechenbeispiel mit 50 Litern Tankmenge

Angenommen, zwei erreichbare Tankstellen unterscheiden sich um 8 Cent je Liter. Bei 50 Litern ergibt sich folgende Rechnung:

  • 0,08 Euro × 50 Liter = 4,00 Euro mögliche Ersparnis
  • geschätzte zusätzliche Fahrtkosten: 1,20 Euro
  • verbleibende Ersparnis: 2,80 Euro

Die 1,20 Euro sind hier nur eine Rechengröße, kein allgemeingültiger Wert. Die tatsächlichen Zusatzkosten hängen von Umweg, Verbrauch und dem unmittelbar angezeigten Preis ab. Steigt der Aufwand bis auf 4 Euro, ist der Preisvorteil vollständig aufgebraucht.

Auch ein größerer Literabstand rechtfertigt daher nicht automatisch eine lange Fahrt. Besonders bei kleinen Tankmengen kann eine nahe, geringfügig teurere Station unter dem Strich günstiger sein.

Der beste Vergleich beginnt kurz vor dem Tankstopp

Für eine belastbare Entscheidung sollte der Suchradius zunächst klein bleiben. Danach können Fahrer prüfen, ob eine günstigere Station auf einer ohnehin geplanten Strecke liegt. Erst wenn die Bruttoersparnis die Zusatzkosten klar übersteigt, lohnt sich der Umweg finanziell.

Eine praktische Reihenfolge ist:

  1. Kraftstoffart und voraussichtliche Tankmenge festlegen.
  2. Preise bei einem zugelassenen Verbraucherinformationsdienst abrufen.
  3. Aktualisierungszeit und Entfernung kontrollieren.
  4. Preisabstand mit der Tankmenge multiplizieren.
  5. Zusätzliche Fahrtkosten und persönlichen Zeitaufwand abziehen.

Aktuelle Tagespreise sollten immer unmittelbar vor dem Tanken mit Zeitangabe geprüft werden. Ein Preis von morgens kann am Nachmittag bereits überholt sein. Wer flexibel ist, kann zusätzlich die Entwicklung im Tagesverlauf beobachten, sollte daraus aber keine Garantie für einen bestimmten späteren Preis ableiten.

Quelle: Bundeskartellamt

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