Historisches Gebäude des Polizeipräsidiums mit altem Automobil und Motorrad auf einem gepflasterten Platz.

Düsseldorf: Sonderausstellung zur queeren Verfolgung bis Ende August

Die Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf widmet sich in ihrer aktuellen Sonderausstellung einem historisch lange marginalisierten Kapitel der NS-Zeit: der systematischen Verfolgung queerer Menschen. Noch bis zum 30. August 2026 haben Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, die Ausstellung „gefährdet leben“ zu besichtigen. Der Eintritt in die Gedenkstätte ist kostenfrei.

Einblicke in Einzelschicksale und den Paragrafen 175

Die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Magnus-Hirschfeld-Institut in Berlin konzipiert wurde, beleuchtet die rechtliche und gesellschaftliche Ausgrenzung homosexueller Männer auf Grundlage des Paragrafen 175. Dieser Paragraph, der sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe stellte, blieb in Deutschland bis 1994 in Kraft.

Für den Standort Düsseldorf wurde die Wanderausstellung gezielt erweitert. Der Fokus liegt dabei nicht allein auf der Dokumentation der staatlichen Repression, sondern explizit auf den Überlebensstrategien der Betroffenen und dem Zusammenhalt innerhalb der Community in einer Zeit, die von staatlicher Willkür und systematischer Ausgrenzung geprägt war. Durch die Einbettung lokaler Biografien wird die abstrakte historische Verfolgung für die Gäste greifbar und veranschaulicht, wie tiefgreifend das NS-System in den Alltag der Düsseldorfer Bevölkerung eingriff.

Ein Ort mit historischer Authentizität

Der Besuch der Ausstellung findet in einem Gebäude statt, das selbst Teil der Geschichte ist. Die Mahn- und Gedenkstätte in der Mühlenstraße, direkt am Burgplatz gelegen, blickt auf eine über 400-jährige Geschichte zurück. Zwischen 1926 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs diente das Haus unter anderem als Polizeipräsidium sowie als Dienststelle der Gestapo und der SS. Besucherinnen und Besucher können vor Ort zudem einen gut erhaltenen Luftschutzraum aus der Zeit des Nationalsozialismus besichtigen, was den historischen Kontext der Ausstellung unterstreicht.

Barrierefreiheit und Ausblick

Die Gedenkstätte legt großen Wert darauf, ihre Bildungsangebote für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Dies umfasst sowohl Studierende und historisch Interessierte als auch Touristinnen und Touristen. Aktuell arbeitet das Team intensiv an der Bereitstellung von Ausstellungstexten in leichter Sprache, um die Inklusion weiter zu fördern. Bereits bestehende Führungsangebote für Menschen mit Behinderungen ergänzen das Programm.

Der Blick in die Zukunft der Gedenkstätte zeigt bereits das nächste Projekt: Für November 2026 ist eine weitere Sonderausstellung geplant. Diese wird sich mit dem Holocaust sowie der sogenannten „Aktion T4“ befassen – der systematischen Ermordung von Menschen mit körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen. Auch hierbei sollen bisher nicht öffentlich gezeigte biografische Beispiele von Betroffenen aus Düsseldorf im Zentrum stehen, um die lokale Aufarbeitung der NS-Vergangenheit kontinuierlich fortzusetzen.

Praktische Informationen für Ihren Besuch

  • Ort: Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, Mühlenstraße (nahe Burgplatz).
  • Kosten: Der Eintritt ist frei.
  • Dauer: Die Ausstellung „gefährdet leben“ ist bis zum 30. August 2026 zugänglich.
  • Inklusion: Barrierefreie Zugänge und spezielle Führungen sind verfügbar; Texte in leichter Sprache sind in Vorbereitung.

Quelle: Visit Duesseldorf Storys

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